Berichte

23.06.2010 Ein beschämendes Versagen

Ein beschämendes Versagen
Von Burkhard Müller

Welche Beweggründe muss jemand haben, seinem gehbehinderten Nachbarn ein einigermaßen komplikationsloses Betreten der Wohnung zu erschweren? Ist es nur Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit oder reines Desinteresse am Mitmenschen?Es kann keinen Grund dafür geben, einer an Multipler Sklerose erkrankten Rollstuhlfahrerin nicht zu gestatten, für ein paar Sekunden über seinen Parkplatz zu fahren, damit diese einfacher in die eigene Wohnung gelangen kann.Mit nur einem Quentchen guten Willens könnten die dort parkenden Autos einen schmalen Gang freilassen, der es der 50-Jährigen ermöglicht, ihre Rampe zu erreichen.
Wie gesagt: mit nur einem Quentchen guten Willens.
Stattdessen wird noch zusätzlich eine Kette vor die Rampe gehängt, um Hilla van Manen auch noch die letzte Chance zu nehmen, über die Brücke in ihre Wohnung zu gelangen – natürlich alles nach Recht und Ordnung.
Es lässt einem kalt den Rücken herunterlaufen, wenn man sich in diesem Fall auf die reine Lehre des Bürgerlichen Gesetzbuches zurückzieht.
Was bleibt, ist ein für alle Beteiligten zutiefst beschämendes Versagen in menschlicher Hinsicht.

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